Impuls zum 30. August
Von Veronika Hüning (Höhbeck im Wendland), pax christi Diözesanverband Hildesheim
Konsequenzen
Lied: Meine engen Grenzen (GL 437)
Jer 20, 7-9
„Gewalt und Unterdrückung!“ So wollen auch wir oft schreien, wenn wir nahe an uns heranlassen, was in der Welt geschieht. Gewalt und Unterdrückung zu überwinden hat pax christi sich auf ihre Fahne geschrieben. Es ist schwer zu ertragen, wie wenig das gelingt.
Der Prophet Jeremias beklagt sein Schicksal – Spott und Hohn –, aber er hält an seiner Berufung fest, weil Gott ihn nicht loslässt. Jeremias trägt die Konsequenzen seiner Sendung.
Friedensbewegte Menschen ernten heutzutage auch manchmal Spott und Hohn, aber in einem milderen Ausmaß. Wenn das Feuer der Liebe nicht erlischt, das Jesus Christus in uns entzündet hat, dann können wir auch konsequent sein und weiter für Frieden und Gerechtigkeit eintreten, trotz Misserfolgen, trotz Widerständen, trotz aller Mühen der Ebene.
Lied: Lass uns in deinem Namen, Herr (GL 446)
Röm 12, 1-2
Der Apostel Paulus ruft die Gläubigen in Rom auch zu Konsequenzen auf. Sie sollen ihr Denken und Handeln darauf ausrichten, den Willen Gottes zu erkennen. Das kann Umdenken, neues Werten und Verwandlung bedeuten: weltlichen Verlockungen widerstehen, gegen den Strom schwimmen.
Gottes Wille ist für uns nicht immer leicht zu erkennen. Doch wir können uns orientieren an den Werten des Friedens und der Gerechtigkeit, an dem, was dem Leben dient.
Lied: Herr, gib uns Mut zum Hören (GL 448)
Mt 16, 21-27
Jesus zeigt seinen Jünger*innen auf, welche Konsequenzen seine Sendung hat: die Auseinandersetzung mit den politisch und religiös Mächtigen in Jerusalem, Leiden und Tod. Nur zu verständlich, dass Simon Petrus seinen Herrn und Meister davor bewahren will! Doch mit sehr harschen Worten weist Jesus ihn zurück. Jesus von seiner Sendung abzuhalten würde dem Willen Gottes widersprechen. Aus Simon Petrus‘ Mund spricht der Gegenspieler Gottes, so Jesus. Dass Gott Leiden und Sterben seines Sohnes will, ist nur zu verstehen, wenn die Ankündigung der Auferstehung mit hineingenommen wird. Jesus vertraut darauf, dass Folter und Tod nicht das letzte Wort haben werden, dass Gottes Macht größer ist, dass er lebendig machen kann. Jesus verlässt sich darauf, dass seine Sendung nicht im Grab endet, sondern, wie wir im Credo bekennen, im Himmel, zur Rechten seines Vaters, vereint mit ihm auf ewig.
Konsequenzen muss auch die Nachfolge Jesu haben: das Kreuz, die Bereitschaft, sein Leben hinzugeben. Die frühen Christengemeinden werden vielfach Bedrohung und Bedrängnis erfahren haben. Noch heute sind verfolgte Christ*innen mit der Frage konfrontiert, wie weit sie bereit sind, ihr Leben um Christi willen zu verlieren.
Ich bin sehr froh, dass ich nicht vor einer solchen Herausforderung stehe. Trotzdem frage auch ich mich nach den Konsequenzen meines Glaubens. Wie kann ich Gewaltfreiheit leben? Feindesliebe?
In meinen Augen sind Rüstung, Abschreckung, Krieg lauter Bestrebungen „Leben retten zu wollen“ – und gerade dadurch „Leben zu verlieren“.
Gebet
Du gütiger und treuer Gott!
In den Worten und Taten deines Sohnes, Jesus Christus, hast du uns deinen Willen gezeigt. Er hat die froh machende Botschaft von deiner grenzenlosen Liebe verkündet; er hat Menschen aufgerichtet, gesättigt, geheilt, befreit. Zeige uns, wie wir ihm darin nachfolgen können, in unserer Umgebung, in unserer Zeit.
Jedem wird nach seinen Taten vergolten werden, so hat Jesus gesagt. Unsere Taten mögen klein und schwach sein. Vergilt uns auch nach unserem guten Willen, nach unseren Bemühungen!
Gib uns immer wieder neuen Mut im Kampf für Gerechtigkeit und Frieden. Stärke uns, konsequent zu bleiben, zu lieben, zu verzeihen und zu versöhnen, wo immer wir können.
Amen.
Lied: Herr, du bist mein Leben (GL 456)